1979 vermietete niemand in Frankreich Mobilheime. Außer uns.
2026 feiert Esterel Caravaning sein 50-jähriges Bestehen. Um dieses besondere Jubiläum zu begehen, öffne ich die Türen unserer Erinnerungen. Jede Woche, die ganze Saison lang, erzähle ich Ihnen unsere Anekdoten, unsere Hintergrundgeschichten, unsere Erinnerungen… Fünfzig Geschichten für fünfzig Jahre.
– Aurore Laroche
Die Terrassen, Hügel für Hügel
Von 1976 bis 1979, während die ersten Urlauber das Camping entdeckten, machte mein Vater kaum eine Pause. Die Straßen, die Terrassen, die in die Hänge geschnittenen Stellplätze – all das entstand Jahr für Jahr, im roten Staub und im Lärm der Maschinen. Jede Planierungsarbeit eröffnete einen neuen Blick. Auf das Meer, auf das Massiv.
Das ist das Geheimnis von Esterel Caravaning: Kein Stellplatz gleicht dem anderen. Daran lag meinem Vater alles.

Eine neue Dimension
Eines Tages klopfte ein gewisser Mr. Houlton an unsere Tür. Engländer, umgänglich, der Typ Mensch, dem bei einem Bier immer eine Glanzidee einfällt. Seine lautete: Mobilheime zur Miete auf dem Campingplatz aufzustellen. In Frankreich Ende der 1970er-Jahre gab es das kaum. Das Konzept war rein britisch, und Mr. Houlton kannte sein Geschäft. Er bot sogar an, den Vertrieb jenseits des Ärmelkanals zu übernehmen. Überzeugt, wagten meine Eltern das Abenteuer.
Im ersten Jahr wurden hundert Mobilheime auf den Terrassen aufgestellt. Drei Jahre später waren es 245. Weiß-grün, weiß-braun aus Wellblech – man sah sie von Weitem. Innen boten sie vollen Komfort: zwei Schlafzimmer und ein Panoramawohnzimmer. Manche erinnern sich vielleicht noch an die Vorhänge: orange mit großen braunen Blumen. Durch und durch Siebziger!
Der Sommer, der alles veränderte
Meine Eltern bildeten ein perfektes, sich ergänzendes Duo. Mein Vater kümmerte sich um die Bauarbeiten und die Geländegestaltung und war stets der Erste, der selbst mit anpackte. Meine Mutter führte mit derselben Energie die Verwaltung und den Vertrieb vom Büro aus.
Damals wurden unsere Pools mit Brom behandelt – ein revolutionäres Verfahren. Eines Tages ereignete sich ein Leck. Die Feuerwehr wurde alarmiert, die Rettungsschwimmer waren vor Ort. Mein Vater schickte alle weg. Als Freitaucher und erfahrener Taucher war er überzeugt, allein eingreifen zu können. Er behob das Problem – ohne Handschuhe, ohne Schutzausrüstung. Der Bromgehalt im Wasser war so hoch, dass sein Körper stark damit in Berührung kam. In den darauffolgenden Monaten begann er zu erkranken. Dann kam die Diagnose.
Unter uns: Vor Instagram gab es Jacqueline Laroche

Um in den 1970er-Jahren bekannt zu werden, gab es kein Internet und keine sozialen Netzwerke. Meine Mutter, nie um eine Idee verlegen, stellte sich an den Ausgang der Autobahnmautstelle von Fréjus, um Autofahrern mit Wohnwagen Flyer zu verteilen. Auf Strandparkplätzen, stets aufmerksam, hatte sie ein untrügliches Gespür dafür, Autos mit Anhängerkupplung zu entdecken und ihnen einen Prospekt unter den Scheibenwischer zu klemmen. Heute würde man das eine „hochgradig zielgerichtete Akquisitionsstrategie“ Jacqueline Laroche nannte es schlicht: arbeiten gehen.



