Wie der Campingplatz standhielt
Diese Woche übergebe ich das Wort an meine Mutter, Jacqueline Laroche.
– Aurore
Mein Mann war ein Pariser Rechtsanwalt. Ich arbeitete mit ihm als Sekretärin seiner Kanzlei. Wir hatten auch Mandanten in Saint-Raphaël, da wir viel Zeit in unserem Ferienhaus in Agay verbrachten. Das spielte eine wichtige Rolle beim Start des Campingplatzes, denn so hatten wir bereits Kontakte in der Region. Ich habe immer mit den Menschen vor Ort zusammengearbeitet. Das schafft Verbindungen, die man nicht erzwingen kann.
Jean war etwa zwanzig Jahre älter als ich. Als er in Rente ging, war ich gerade mal Anfang vierzig und hatte überhaupt keine Lust, untätig zu bleiben. So entstand die Idee des Campingplatzes.
„Ich mache mit“
Im September 1979 bestätigte der Arzt, was wir befürchtet hatten. Jean hatte Blutkrebs. Unsere Tochter Aurore war noch klein. Und der Campingplatz, den wir mit eigenen Händen gebaut hatten, hatte gerade erst eröffnet.
Aufzuhören stand nie zur Debatte. Jean sagte es mir klar, wie er es immer gesagt hatte: „Tu, was du willst – ich mache mit.“ Das war selten für einen Mann seiner Generation. Diese Freiheit, die er mir gab, habe ich nie vergessen.

Leben auf dem Campingplatz
Am 1. Mai 1980 zogen wir in eine neue Wohnung gegenüber dem Empfang ein (in dem Gebäude, in dem sich heute das Spa befindet). Ich wollte dort sein, auf dem Campingplatz, um alles zu leiten und gleichzeitig bei Jean zu sein. Seine Krankheit erforderte verschiedene Behandlungen, Hin- und Rückfahrten nach Toulon zur Dialyse… Auf dem Campingplatz zu leben war die einzige Möglichkeit, alles gleichzeitig zu bewältigen.
Aufbauen, ohne ihn
In den 1980er-Jahren führte ich die Entwicklung des Campingplatzes fort. Alle Geschäfte wurden im Rahmen von Pachtverträgen betrieben. Das half mir. Ich konnte nicht alles alleine machen.
Die Reiseveranstalter begannen sich zu organisieren – vor allem Eurocamp, der uns in großem Maßstab den britischen Markt erschlossen hat. Jack Houlton hatte außerdem Mobilheime an Privatpersonen verkauft. Und dann kamen die deutschen Urlauber – treu und regelmäßig. Noch heute, im Jahr 2026, ist der Campingplatz zu Ostern dank ihnen ausgebucht.
Das Erfolgsgeheimnis für mich? Herzlichkeit, ein Lächeln, Freundlichkeit. Und dass das Personal nicht wechselt! Ein Gast, der von Jahr zu Jahr dieselben Gesichter wiederfindet, ist ein Gast, der wiederkommt. So einfach ist das.
Ich habe den Campingplatz bis 1996 geleitet – rund zwanzig Saisons. Mein Mann verließ uns am 20. Januar 1991. Der Campingplatz machte weiter.
Unter uns: Lady Jacky

Mama ist auf dem Campingplatz noch immer sehr präsent. Mit fast 94 Jahren ist sie bei allen Festen, Abenden und besonderen Momenten dabei… Beim ersten Weißen Abend der Saison 2026 haben einige sie auf der Terrasse tanzen sehen.
Stets wach und fröhlich – die Frau, die meine Freunde liebevoll Lady Jacky nennen – geht gerne durch die Wege, hält an den Stellplätzen an und unterhält sich mit den Gästen, vor allem wenn sie Hunde dabei haben, ihrer großen Leidenschaft.



